DIE ANDACHT AM 22.3.2018 AUF DEM ALTEN MARKT POTSDAM

Unsere Profilgemeinde konnte Ruth Misselwitz, Pfarrerin im Ruhestand, und Vertreterin der „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ dafür gewinnen, die Andacht zur Gedenkveranstaltung zum Tag von Potsdam zu halten. Wir stimmten am 22. März kurzum19 Uhr unter freiem Himmel auf dem Alten Markt Taizégesänge an und lauschten der Auslegung des Textes: „Die Wahrheit macht Euch frei. Johannes 8,32“.
Wir haben gesungen und gebetet, denn das ist es, woher unsere Kraft kommt und wofür wir als Profilgemeinde stehen: für das Bekenntnis des Glaubens bei der Andacht unter freiem Himmel, die keine steinerne Symbolkirche braucht.

GEDENKVERANSTALTUNG am 22.3.2018 IM ALTEN RATHAUS

Anlässlich des 85. Jahrestags des „Tags von Potsdam“ wollten wir die Stimme erheben und verkünden: Wir wollen gedenken, Verantwortung tragen und Versöhnung lernen, doch ohne Garnisonkirchturm.

Es galt, Vieles auszutauschen, anzusprechen und dem Verschweigen keinen Raum zu geben, Stille dort zu finden, wo sie zwischen Menschen Ruhe schafft und nicht Verdruss.
           
Wir freuen uns über die 50 Gäste, die mit uns sowohl zurückblickten also auch nach vorne. Unsere Gesprächspartner kamen aus unterschiedlichen Anlässen und fühlten sich doch alle den Gedanken verpflichtet: ehrlich zu mahnen und  dem Vergessen zu trotzen.
           
Am Donnerstag, den 22.3.2018 ab 19.30 Uhr luden wir unsere Gäste im Alten Rathaus zum Gespräch ein. Unsere Gäste Matthias Grünzig, Autor des Buchs “Für Deutschtum und Vaterland„, Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Daxner, Rektor em. der Univ. Oldenburg und Friedensforscher, Carsten Linke vom Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen und Lutz Böde von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des Bunds der Antifaschistinnen und Antifaschisten haben Redebeiträge gehalten, die wir hier verlinken. Annette Paul von den Nächsten und Gerd Bauz von der Martin-Niemöller-Stiftung führten durch den Abend.

UNSERE FÜRBITTE AM 22.3.2018 ZUR ANDACHT

Gott wir bitten Dich für diese Stadt, ihre glänzende und zugleich unheilvolle Geschichte:
Verschaffe uns einen ehrlichen Zugang zur Wahrheit.
Lass uns erkennen, was in unserer Stadt zu Deiner Ehre geschah, was zu Deinem Verdruss oder gar zu Deiner Schande.
Das wir unsere eigene Schuld und die unserer Eltern und Großeltern nicht verschweigen, sondern uns unserem
Erbe stellen, sei es auch noch so erdrückend. Herr erbarme Dich!

Gott wir bitten Dich für Potsdams Gegenwart und Zukunft:
Besonders für die Menschen, die in unserer Stadt Verantwortung tragen.
Lass sie erkennen, dass der Zusammenhalt in einer Gesellschaft errungen sein will und heute erneut bedroht ist. Wir beklagen, dass ihre ehrgeizigen Pläne für die bedingungslose Verschönerung der Stadt die Menschen nicht eint sondern tiefe Gräben aufgeworfen hat.
Herr ermahne sie an ihre und unsere Verantwortung gegenüber denen die nach uns kommen.
Herr erbarme Dich!

Gott wir bitten Dich für diese Stadt und die Menschen die in ihr wohnen:
Dass Du uns weise machst, mutig und aufrichtig. Das wir unsere Bequemlichkeit und unsere Feigheit ablegen und dem Unrecht und der Lüge entgegentreten.
Schuld hört nicht auf, wenn man sie unter einer Decke des Schweigens zu verbergen sucht.
Da wo wir bereit sind unsere Schuld offen zu bekennen bist Du ein liebevoller Erbarmer.
Hilf uns, dass wir keine faulen Kompromisse eingehen, sondern das Gute und das Schlechte beim Namen nennen.
Herr erbarme Dich!

Gott wir bitten Dich für unser eigenes Wollen und Tun:
Stellvertretend möchten wir Buße tun für alle die sich der Wahrheit über die unheilvolle Geschichte unserer Stadt bisher verschließen, sie ablehnen oder sogar leugnen.
Für die, denen schöne Fassaden und preußischer Glanz wichtiger sind als sozialer Friede, Gerechtigkeit und friedliches Miteinander.
Herr sieh auch uns, dass wir uns ganz unter Dein Wort stellen. Bewahre uns vor Hochmut und Rechthaberei und mache uns bereit zur Versöhnung mit jedem aufrichtig gesprochenen Wort.
Herr erbarme Dich!

Wir

Wir kommen aus verschiedenen Richtungen und hier zusammen.

Andacht

Wir machen uns auf den Weg zu uns, finden Ruhe in der Einkehr und richten unsere Gedanken auf den Ort. Wir loben Gott für die Kraft, die er uns verleiht, uns mit der Geschichte zu verbinden, sie zu ertragen und miteinander die Welt friedlich zu gestalten.

DEM LEIDEN GEDENKEN

Immer schon hat Krieg Zerstörung gebracht, haben sich die Waffen der Menschen gegeneinander gerichtet. Potsdam ist heute keine Garnisonstadt mehr und kann ein friedlicher Ort des Gedenkens sein.

Unterm himmelszelt

Mit den zehn Geboten unterm Zeltdach unterm Himmelszelt halten wir Gottesdienst.


Wir wollen den Ort des Gedenkens bewahren

Frieden gedeiht ohne Turm

Es war der Krieg selbst, der den Bau der Garnisonkirche zerstörte. Anschließend hieß die Gemeinde, die im verbliebenen Turm Gottesdienste feierte HeiligKreuz Gemeinde. Zu DDR Zeiten wurden die Überreste gesprengt und die Gemeinde erhielt ein neues Gemeindehaus in der Kiezstraße.