Friedensandachten am 12. und 13. November 2018 im Rahmen der Friedensdekade
Friedensandachten am 12. und 13. November 2018 im Rahmen der Friedensdekade

Friedensandacht am 12.11.2018 um 18 Uhr zum ersten Tag in Frieden vor 100 Jahren

Wir halten Andacht zum Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren

es ist der erste Tag im Frieden - Aufatmen - wir singen Friedenslieder, beten und erleben die Performance "Blut wringen"

Waffen kann man weglegen, aber wie kriegt man Frieden in die Köpfe? Aus dem Altar der Garnisonkirche ist eine überlebende Kriegs-Reliquie gemacht worden. Wir erinnern an die Schreckenstaten, die von diesem Ort ausgingen. Kann so etwas von Gott gesegnet sein?

Friedensandacht am 13.11.2018 um 18 Uhr zum zweiten Tag in Frieden vor 100 Jahren

Wir halten Andacht zum Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren

es ist der zweite Tag im Frieden  - es werden Kriegspredigten gelesen und vernichtet - wir singen Friedenslieder, beten und 

Wir bitten um Gottes Geleit und Segen für diesen Ort.

Thesenanschlag zum Reformationstag am 31.10.2018 am Käfig

Thesenanschlag zum Reformationstag 2018 an den Kirchportalen in der Stadt Potsdam
Thesenanschlag zum Reformationstag 2018 an den Kirchportalen in der Stadt Potsdam
Luthers Thesen für heute angepasst
11. Die Meinung, daß eine kirchliche Bußstrafe in eine Fegefeuerstrafe umgewandelt werden könne, ist ein Unkraut, das offenbar gesät worden ist, während die Bischöfe schliefen.
Die Meinung, dass die Erkenntnis von Schuld in die Versöhnung mit Schuldigen umgewandelt werden könne, ist ein Unkraut, welches offenbar gesät worden ist, während die Synoden schliefen.

  

21. Deshalb irren jene Ablaßprediger, die sagen, daß durch die Ablässe des Papstes der Mensch von jeder Strafe frei und los werde.
Deshalb irren jene Spendenprediger, die sagen, dass durch den Wiederaufbau eines Kriegssymbols der Frieden und die Versöhnung beschwört werden kann.

  

24. Deswegen wird zwangsläufig ein Großteil des Volkes durch jenes in Bausch und Bogen und großsprecherisch gegebene Versprechen des Straferlasses getäuscht.
Deswegen wird zwangsläufig ein Großteil des Volkes durch jenes in Bausch und Bogen und großsprecherisch gegebene Versprechen der Versöhnung getäuscht.
 
33. Nicht genug kann man sich vor denen hüten, die den Ablaß des Papstes jene unschätzbare Gabe Gottes nennen, durch die der Mensch mit Gott versöhnt werde.
Nicht genug kann man sich vor denen hüten, die den Wiederaufbau der Garnisonkirche jene unschätzbare Gabe Gottes nennen, durch die der Mensch Versöhnung erlangen könnte.
 
41. Nur mit Vorsicht darf der apostolische Ablaß gepredigt werden, damit das Volk nicht fälschlicherweise meint, er sei anderen guten Werken der Liebe vorzuziehen.
Nur mit Vorsicht darf die Versöhnung an einem Orte des jahrhundertealten Unrechts und Missbrauchs gepredigt werden, damit das Volk nicht fälschlicherweise meint, diese sei anderen guten Werken der Liebe und Versöhnung vorzuziehen.
56. Der Schatz der Kirche, aus dem der Papst den Ablaß austeilt, ist bei dem Volke Christi weder genügend genannt noch bekannt.
Der Schatz der Kirche, aus dem die Garnisonkirche wieder errichtet werden soll, ist bei dem Volke Christi weder genügend genannt noch bekannt.
79. Es ist Gotteslästerung zu sagen, daß das (in den Kirchen) an hervorragender Stelle errichtete (Ablaß-) Kreuz, das mit dem päpstlichen Wappen versehen ist, dem Kreuz Christi gleichkäme.
Es ist Gotteslästerung zu sagen, daß die auf der Kirchturmspitze an hervorragender Stelle zu errichtetende Turmzier, die mit dem Königlichen Wappen versehen ist, dem Kreuz Christi gleichkäme.

 

92. Darum weg mit allen jenen Propheten, die den Christen predigen: "Friede, Friede", und ist doch kein Friede.
Darum weg mit allen jenen Propheten, die den Christen predigen: "Versöhnung, Versöhnung", und ist doch keine Versöhnung.
Thesenanschlag und Vortrag zum Reformationstag 2018 am Käfig mit den königlichen Insignien
Thesenanschlag und Vortrag zum Reformationstag 2018 am Käfig mit den königlichen Insignien

80 neue Thesen zum Reformationstag 2018

und zum Wiederaufbau der Garnisonkirche

  1. 01  Denn durch ein Werk der Liebe wächst die Liebe und wird der Mensch besser, aber durch Turmbau wird er nicht besser, sondern nur eitler. (nach Lutherthese 44)

  2. 02  Wer glaubt, durch einen Ziegelstein mit Namen seines Heils gewiss sein zu können, wird auf ewig mit seinen Lehrmeistern verdammt werden. (nach Lutherthese 32)

  3. 03  Auf Grund einer Spende das Heil zu erwarten ist eitel, auch wenn der (Ablass-)Kommissar, ja der Bischoff selbst, ihre Seelen dafür verpfändet. (nach Lutherthese 52)

  4. 04  Darum weg mit allen jenen Propheten, die den Christen predigen: "Friede, Friede", und ist doch kein Friede. (Lutherthese 92, original)

  5. 05  Frieden und Versöhnung kann nur von den Opfern, nicht von den Tätern angeboten werden.

  6. 06  Wohl möge es gehen all den Propheten, die den Christen predigen: "Kreuz, Kreuz", und ist

    doch kein Kreuz. (Lutherthese 93, original)

  7. 07  Weder eine goldene Turmhaube, noch ein Kirchturm sind Kreuz, schon gar nicht Nagelkreuz.

  8. 08  Mensch soll die Christen lehren: keine Soldaten auf Krieg einzuschwören, ...

  9. 09  ... und Soldaten „als Pioniere des gekreuzigten Heilands“ ans Schwert zu schicken (wie am 15.07.1900, Pfarrer Johannes Kessler in der Garnisonkirche).

  10. 10  Mensch soll die Christen lehren: keine „Waffen zur völligen Überwindung des Feindes zu segnen“ (GK-Pfarrer Bernhard Rogge am 18.01.1871 zu Ehren der Hohenzollern).

  11. 11  Mensch soll die Christen lehren: keine Fahnen zu weihen und Standarten zu horten (wie am 29.08.1933, am 24.01.1935 ... Fahnenweihen der NSDAP in der Garnisonkirche).

  12. 12  Mensch soll die Christen lehren: keine Kundgebungen mit faschistischen Parteien abzuhalten

    (wie am 24.11.1919, DNVP-Veranstaltungen für Monarchie und Krieg in der Garnisonkirche),

  13. 13  ... und ihnen lehren, nicht gegen die Republik und die Demokratie zu hetzen (wie am 18.01.1921 mit Hofprediger Johannes Vogel in der Garnisonkirche)

  14. 14  ... und ihnen lehren, nicht ihrer geglaubten Kulturüberlegenheit zu huldigen. (wie am 13.06.1926 bei der Kundgebung des Deutschen Ostbundes in der Garnisonkirche).

  15. 15  ... und den Deutschen lehren, dass sie weder Herrengeist verkörpern noch Herrenrasse sind

    (wie am 10.11.1913 GK-Prediger Walter Richter im Langen Stall).

  16. 16  Weder in Kirchen, Garnisonen oder anderswo sollte die Eroberung neuer Lebensräume gefordert werden (wie am 07.05.1927 durch den Bund der Frontsoldaten in der Garnisonkirche).

  17. 17  Weder in Kirchen, Garnisonen oder anderswo sollte die Rückeroberung deutscher Kolonien gefordert werden (wie am 06.08.1928 durch den Bund der Marine-Vereine in der Garnisonkirche).

  18. 18  Weder in Kirchen, Garnisonen oder anderswo sollte ein Großdeutsches Reich, samt Österreich und Sudetengebieten beschworen werden (wie am 22.06.1930 durch die Bismarckjugend der DNVP in der Garnisonkirche).

  1. 19  Weder in Kirchen, Garnisonen oder anderswo sollte die Errichtung eines Führerstaates gefordert werden (wie am 07.05.1927 durch den Bund der Frontsoldaten in der Garnisonkirche).

  2. 20  Wir brauchen keine Kirchen, Garnisonen und andere Orte an denen Faschismus, Militarismus und Krieg verherrlicht werden.

  3. 21  Wir brauchen keine bauliche Wende, um monarchistische und antidemokratische Strukturen erlebbar zu machen (wie es derzeit in der Stadt Potsdam stattfindet).

  4. 22  Wir brauchen keine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad (wie Björn Höcke am 17.01.2017 diese auch in Bezug auf die Garnisonkirche forderte).

  5. 23  Wir brauchen keine Kopie eines Hauses, das die „Geburtsstätte des Dritten Reiches“ symbolisiert. (Die Stadt Potsdam warb zwei Jahrzehnte mit diesem Titel)

  6. 24  Wir brauchen keine Kirche, die als Symbol des preußischen Militarismus und für die Verquickung von Thron und Altar gilt.

  7. 25  Wir brauchen keine Kirche, die als Antithese zum Geist von Weimar und der Demokratie gilt.

  8. 26  Wir brauchen keinen 88 Meter hohen Turm. (88 ist der Code der Rechten für „Heil Hitler“)

  9. 27  Wir brauchen der Stadt Potsdam kein „Wahrzeichen“ wieder zu geben.

  10. 28  Wir brauchen in Potsdam nicht die Wiedererrichtung einer „gotteslästernden Bude“.

  11. 29  Wir wünschen „... auf dass ER erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes der Militärkirchen. (nach Lukas-Evangelium Lk 1,79)

  12. 30  Wir wünschen, dass sie selbstständig ihre „Füße auf den Weg des Friedens“ richten und nicht auf den der weiteren Konfrontation. (nach Lukas-Evangelium Lk 1,79)

  13. 31  Christen sollen dem Geist der Gewalt widerstehen und für den Frieden einstehen. (Rat der Evangelischen Kirche Deutschland anlässlich des 100. Jahrestages des Beginns des 1. Weltkrieges)

  14. 32  Deutsche Protestanten sollten nicht vergessen, dass die große Mehrheit ihrer in zwei Weltkriegen versagt hat, ...

  15. 33  ... und diese Schuld sollte sie mit tiefer Scham bis heute erfüllen. (Rat der Evangelischen Kirche Deutschland anlässlich des 100. Jahrestages des Beginns des 1. Weltkrieges)

  16. 34  Der „Ruf aus Potsdam“ von 2004 ist ein Ruf aus falscher Opferrolle und Geschichtsvergessenheit.

  17. 35  Die „Nacht von Potsdam“ (14.04.1945) ist die Folge des „Tags von Potsdam“ (21.03.1933).

  18. 36  Versöhnung entsteht nicht im Konflikt mit der Stadtgesellschaft.

  19. 37  Wer den Aufbau als Rache auf den Abriss betreibt, ist voller Gift, statt Segen.

  20. 38  Wer die Sprengung von 1968 heilen will, sollte die Heilig-Kreuz-Kirche aufbauen und nicht die belastete Kirche, von der sich selbst die evangelische Kirche durch Umbenennung distanzierte.

  21. 39  Wer den Abriss des Turms als Verbrechen bezeichnet, sollte keinen Abriss des Kunst- und Kreativhauses fordern.

  22. 40  Der falsche Turmbau schafft nicht nur eine Kopie zur Verherrlichung der Vergangenheit, sondern Kitsch für die Gegenwart und eine mögliche rechte Kultstätte für die Zukunft.

  1. 41  Wer Geschichte erinnern, Verantwortung lernen, Versöhnung leben will, muss dies auch leben.

  2. 42  Wer Geschichte erinnern will, darf keine Geschichtsepochen aussparen.

  3. 43  Wer Verantwortung lernen will, muss sich seiner Verantwortung stellen.

  4. 44  Wer Versöhnung leben will, muss sich diese verdienen.

  5. 45  Wer eine Kultur des Friedens bauen will, muss Grenzen auch Glaubensgrenzen - überwinden und nicht Mauern errichten.

  6. 46  Wer eine Kultur des Dialogs will, muss dazu einladen, zuhören können und lernen wollen.

  7. 47  Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und

    weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ (Grundgesetz Art.4 Abs.1)

  8. 48  Religionsfreiheit verbietet dem Staat, den Bürger zu einer religiösen oder weltanschaulichen

    Handlung zu verpflichten.

  9. 49  Die Trennung von Kirche und Staat sollte deshalb allumfassend sein.

  10. 50  Die Errichtung von Kirchenkopien stellt keine Handlung von nationaler Bedeutung dar.

  11. 51  Christliche Kirchen sollten ausschließlich durch Christen und Spenden finanziert werden.

  12. 52  Eine neue christliche Kirche sollte nicht mehrheitlich durch öffentliche Gelder erbaut werden.

  13. 53  Eine neue Kirche sollte nicht mit Mitteln der Denkmalpflege gebaut werden.

  14. 54  Eine neue Kirche sollte nicht mit Geldern aus Glücksspiel (Lottomittel) gebaut werden.

  15. 55  Eine Kirche des Friedens sollte nicht durch finanzielle Mittel der Militärseelsorge gesponsert werden.

  16. 56  Eine Kirche des Friedens sollte nicht durch Kirchenkredite errichtet werden, wenn die Kirchen der Region in nahezu gleicher Höhe durch Spenden von Rechtskonservativen unterstützt werden.

  17. 57  Wer es nicht schafft, in über zehn Jahren, zehn Millionen Euro für ein derartiges Vorhaben zu sammeln, sollte sich fragen, für wen und was er sammelt.

  18. 58  Durch den Bau von Kirchen sollten weder Kunst vernichtet, noch Denkmäler zerstört werden.

  19. 59  Jede barocke Kopie vernichtet den Wert der echten Denkmäler und mindert die Notwendigkeit deren Erhaltung.

  20. 60  Die Initiative zum Wideraufbau kam aus rechtskonservativen, militaristischen Kreisen und wurde durch das falsche Agieren der Kirche legitimiert.

  21. 61  Wir brauchen keinen Ort, an dem Treue, Redlichkeit und Kadavergehorsam per Glockenschlag eingefordert werden.

  22. 62  Wir brauchen keinen Ort, an dem der Legende vom ewigen Juden und dem Antisemitismus viertelstündlich per Glockenklang gehuldigt werden.

  23. 63  Wir brauchen keinen Ort an dem Gedenkpolitik privatisiert wird.

  24. 64  Wir brauchen kein „nationales“ Vorhaben, welches nach Kirchenrecht und ohne gesellschaftliche Mitsprache umgesetzt wird

  25. 65  Wir brauchen keinen Kitsch, der weder dem Ort noch seiner Geschichte gerecht wird.

  1. 66  Mit dem Bau einer Turmkopie wird der Ort der Gesellschaft speziell dem nichtchristlichen Teil dieser als Gedenkort entzogen.

  2. 67  Wir brauchen keinen Aussichtsturm an diesem Ort, sondern einen echten Ort des Gedenkens und der Erinnerung.

  3. 68  Wir brauchen einen gedanklichen und baulichen Bruch mit der Geschichte.

  4. 69  Geschichte erinnern bedeutet nicht, diese zu kopieren.

  5. 70  Geschichte kann nicht bereinigt werden; auch nicht durch die Instrumentalisierung des 20.Juli 1944 (wie auch Martin Sabrow feststellte).

  6. 71  Versöhnung kann nicht verordnet werden.

  7. 72  Wir denken, dass alle Kirchen der Stadt auf ihre eigene Art Versöhnungsarbeit leisten,

  8. 73  ... und wird durch den Bau eines „Versöhnungstempels“ diese Arbeit nicht diffamiert und entwertet?

  9. 74  Für eine ernsthafte Versöhnungsarbeit sind eine wissenschaftliche Konzeption, Geld und Personal notwendig, aber nicht vorhanden.

  10. 75  Die bisherigen Versöhnungsansätze dienen der Versöhnung mit der eigenen Geschichte, aber nicht deren Aufarbeitung.

  11. 76  Wenn die Versöhnungsarbeit im Vordergrund stehen würde, müsste die Form des Baus dem Inhalt folgen und nicht wie geplant, in den Turm gezwängt werden.

  12. 77  „Man soll die Christen ermutigen, dass sie ihrem Haupt Christus durch Strafen, Tod und Hölle nachzufolgen trachten ...

  13. 78  ... und dass sie lieber darauf trauen, durch viele Trübsale ins Himmelreich einzugehen, als sich in falscher geistlicher Sicherheit zu beruhigen. (Lutherthesen 94 und 95, original)

  14. 79  Wer für Gott Türme in den Himmel baut, hat christlichen Glauben missverstanden.

  15. 80  Lasst uns ein Haus der Geschichte, Mahnung und Erinnerung bauen ohne Turm!

Tanz ums Goldene Kalb am Reformationstag 2018
Tanz ums Goldene Kalb am Reformationstag 2018

UNsere Andacht

Unsere Profilgemeinde konnte Wolfram Hülsenmann als Vertreter der „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ dafür gewinnen, die Andacht zum Reformationstag mit Thesenanschlag zu halten. Wir stimmten am 31. Oktober kurz nach 15 Uhr unter freiem Himmel neben dem Baufeld der Garnisonkirche Taizégesänge an lauschten den Worten, umrundeten lärmend das Goldene Kalb und hörten 80 neuen Thesen.

Wir haben gesungen und gebetet, denn das ist es, woher unsere Kraft kommt und wofür wir als Profilgemeinde stehen: für das Bekenntnis des Glaubens bei der Andacht unter freiem Himmel, die keine steinerne Symbolkirche des Krieges braucht.

DIE ANDACHT AM 22.3.2018 AUF DEM ALTEN MARKT POTSDAM

Unsere Profilgemeinde konnte Ruth Misselwitz, Pfarrerin im Ruhestand, und Vertreterin der „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ dafür gewinnen, die Andacht zur Gedenkveranstaltung zum Tag von Potsdam zu halten. Wir stimmten am 22. März kurzum19 Uhr unter freiem Himmel auf dem Alten Markt Taizégesänge an und lauschten der Auslegung des Textes: „Die Wahrheit macht Euch frei. Johannes 8,32“.
Wir haben gesungen und gebetet, denn das ist es, woher unsere Kraft kommt und wofür wir als Profilgemeinde stehen: für das Bekenntnis des Glaubens bei der Andacht unter freiem Himmel, die keine steinerne Symbolkirche braucht.

GEDENKVERANSTALTUNG am 22.3.2018 IM ALTEN RATHAUS

Anlässlich des 85. Jahrestags des „Tags von Potsdam“ wollten wir die Stimme erheben und verkünden: Wir wollen gedenken, Verantwortung tragen und Versöhnung lernen, doch ohne Garnisonkirchturm.

Es galt, Vieles auszutauschen, anzusprechen und dem Verschweigen keinen Raum zu geben, Stille dort zu finden, wo sie zwischen Menschen Ruhe schafft und nicht Verdruss.
           
Wir freuen uns über die 50 Gäste, die mit uns sowohl zurückblickten also auch nach vorne. Unsere Gesprächspartner kamen aus unterschiedlichen Anlässen und fühlten sich doch alle den Gedanken verpflichtet: ehrlich zu mahnen und  dem Vergessen zu trotzen.
           
Am Donnerstag, den 22.3.2018 ab 19.30 Uhr luden wir unsere Gäste im Alten Rathaus zum Gespräch ein. Unsere Gäste Matthias Grünzig, Autor des Buchs “Für Deutschtum und Vaterland„, Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Daxner, Rektor em. der Univ. Oldenburg und Friedensforscher, Carsten Linke vom Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen und Lutz Böde von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des Bunds der Antifaschistinnen und Antifaschisten haben Redebeiträge gehalten, die wir hier verlinken. Annette Paul von den Nächsten und Gerd Bauz von der Martin-Niemöller-Stiftung führten durch den Abend.

UNSERE FÜRBITTE AM 22.3.2018 ZUR ANDACHT

Gott wir bitten Dich für diese Stadt, ihre glänzende und zugleich unheilvolle Geschichte:
Verschaffe uns einen ehrlichen Zugang zur Wahrheit.
Lass uns erkennen, was in unserer Stadt zu Deiner Ehre geschah, was zu Deinem Verdruss oder gar zu Deiner Schande.
Das wir unsere eigene Schuld und die unserer Eltern und Großeltern nicht verschweigen, sondern uns unserem
Erbe stellen, sei es auch noch so erdrückend. Herr erbarme Dich!

Gott wir bitten Dich für Potsdams Gegenwart und Zukunft:
Besonders für die Menschen, die in unserer Stadt Verantwortung tragen.
Lass sie erkennen, dass der Zusammenhalt in einer Gesellschaft errungen sein will und heute erneut bedroht ist. Wir beklagen, dass ihre ehrgeizigen Pläne für die bedingungslose Verschönerung der Stadt die Menschen nicht eint sondern tiefe Gräben aufgeworfen hat.
Herr ermahne sie an ihre und unsere Verantwortung gegenüber denen die nach uns kommen.
Herr erbarme Dich!

Gott wir bitten Dich für diese Stadt und die Menschen die in ihr wohnen:
Dass Du uns weise machst, mutig und aufrichtig. Das wir unsere Bequemlichkeit und unsere Feigheit ablegen und dem Unrecht und der Lüge entgegentreten.
Schuld hört nicht auf, wenn man sie unter einer Decke des Schweigens zu verbergen sucht.
Da wo wir bereit sind unsere Schuld offen zu bekennen bist Du ein liebevoller Erbarmer.
Hilf uns, dass wir keine faulen Kompromisse eingehen, sondern das Gute und das Schlechte beim Namen nennen.
Herr erbarme Dich!

Gott wir bitten Dich für unser eigenes Wollen und Tun:
Stellvertretend möchten wir Buße tun für alle die sich der Wahrheit über die unheilvolle Geschichte unserer Stadt bisher verschließen, sie ablehnen oder sogar leugnen.
Für die, denen schöne Fassaden und preußischer Glanz wichtiger sind als sozialer Friede, Gerechtigkeit und friedliches Miteinander.
Herr sieh auch uns, dass wir uns ganz unter Dein Wort stellen. Bewahre uns vor Hochmut und Rechthaberei und mache uns bereit zur Versöhnung mit jedem aufrichtig gesprochenen Wort.
Herr erbarme Dich!

Friedensandacht in der Friedensdekade

Wir

Wir kommen aus verschiedenen Richtungen und hier zusammen.

Andacht

Wir machen uns auf den Weg zu uns, finden Ruhe in der Einkehr und richten unsere Gedanken auf den Ort. Wir loben Gott für die Kraft, die er uns verleiht, uns mit der Geschichte zu verbinden, sie zu ertragen und miteinander die Welt friedlich zu gestalten.

DEM LEIDEN GEDENKEN

Immer schon hat Krieg Zerstörung gebracht, haben sich die Waffen der Menschen gegeneinander gerichtet. Potsdam ist heute keine Garnisonstadt mehr und kann ein friedlicher Ort des Gedenkens sein.

Unterm himmelszelt

Mit den zehn Geboten unterm Zeltdach unterm Himmelszelt halten wir Gottesdienst.


Wir wollen den Ort des Gedenkens bewahren

Frieden gedeiht ohne Turm

Es war der Krieg selbst, der den Bau der Garnisonkirche zerstörte. Anschließend hieß die Gemeinde, die im verbliebenen Turm Gottesdienste feierte HeiligKreuz Gemeinde. Zu DDR Zeiten wurden die Überreste gesprengt und die Gemeinde erhielt ein neues Gemeindehaus in der Kiezstraße.