Wir beten für den Frieden

Nächste Gebet sonntags 18 Uhr

GOTT,

HEILIGE GEISTKRAFT,

im Gebet verbunden

mit allen Frieden-Suchenden

bitten wir DICH: 

DEIN Reich komme.

 

DEIN Reich, GOTT, 

ist nicht von dieser Welt;

doch in dieser Welt

erleben wir DEINE Gegenwart:

Arbeit und Ruhe belebst DU

durch DEIN Wort.

Für alle Zeichen DEINER Nähe danken wir DIR.

 

HEILIGE GEISTKRAFT,

von DIR getrieben

erweisen wir uns als DEINE Kinder,

und bitten:

Lass uns suchen und finden

was dem Frieden dient.

Rüttle uns auf, 

dass wir uns nicht einlullen lassen von falschen Versprechungen.

Ermutige uns Konflikten nicht auszuweichen

und im Anderen DICH zu entdecken.

Festige uns darin 

uns nicht abzufinden mit faulem Frieden.

Wenn wir außer Atem kommen 

auf der Jagd nach dem Frieden,

schenke DU uns innere Stille,

damit wir in JESUS CHRISTUS bleiben, DEINEM Sohn.

Lass uns Verbündete finden im Bestreben

gotteslästerliche Türme 

nicht in die Höhe wachsen zu lassen.

 

Wir suchen DEINEN Frieden, GOTT,

Durchdringe uns mit dem GEIST der Seliggepriesenen. Amen

Anlässlich des 15jährigen Jubiläums des Rufs aus Potsdam hier unser Gegenruf:

Gegenruf zum
"Ruf aus Potsdam"

Als Einleitung der Schlacht um Berlin (16.4. - 2.5.45) bombardierte die Royal Air Force am 14.April 1945 die Garnisonstadt Potsdam und zerstörte die von den Nationalsozialisten verehrte Garnisonkirche. Seit Jahrzehnten wurde dort für den Krieg gepredigt. ■ Das sowjetische Militär schenkte das staatliche Kir- chenareal der Garnisonkirchengemeinde. Diese richtete sich 1950 eine Kapelle in der Ruine ein. Die Evangelische Kirche entschied, die Garnisonkirche in Heilig-Kreuz-Kirche umzubenennen. Zu Gunsten des Wiederaufbaus der Nikolaikirche nahm sie später den Abriss der Ruine in Kauf. Besonders protestierte z.B. der einstige Nazi-Ideologe Winfried Wendland aus dem Kirchlichen Bauamt. ■ 1968 enteignete die DDR die Heilig-Kreuz-Gemeinde. Die Gemeinde wurde großzügig entschädigt und konnte das Heilig- Kreuz-Haus zu einem modernen Gemeindezentrum ausbauen. Die Kirchenruine sprengte man (wie etwa gleichzeitig die Garnisonkirche in Hannover) trotz verschiedener Proteste. Die abgetragene Garnisonkirche blieb eine Symbolkirche rechter Nationalisten in der Bundesrepublik. Großspenden belegen das. ■ Wir finden uns nicht damit ab, dass dieses Symbol wieder entstehen soll. Wir rufen auf, den Wiederaufbau zu verhindern.

 

UNTERSTÜTZEN SIE UNS !

Das Areal der Garnisonkirche soll einer geschichtsbewussten Friedensarbeit dienen. Friedensarbeit darf kein Mittel sein, um den Bau eines umstrittenen Turms zu legitimieren. "Der befreiende Ruf des Evangeliums" braucht keinen riesigen Turm. Bereits die Wiederaufbaupläne für die Garnisonkirche bestärken Nationalisten und Antidemokraten. Der lan- ge schwer belastete Ort der Garnisonkirche, an dem man oft für Krieg und Gewalt, für Monarchie und Diktatur zusammenkam, muss einen eindrücklichen Bruch in der äußeren Gestalt erfahren. ■ Der architektonische Stellenwert der alten Garnisonkirche ist umstritten, ihr Baumeister zweitrangig. Der Potsda- mer Dreikirchenblick war historisch wechselhaft. ■ Kein Widerständler ist bekannt, den Predigt oder Seelsorge an der Garnisonkirche zum Widerstand inspirierte. Belegt ist jedoch geistliche Inspiration zu Kriegen. ■ Die Garnisonkirche wurde nicht nur im März 1933 missbraucht. Der Auftritt Hitlers war lediglich ein Höhepunkt einer Kontinuität gotteslästerlichen Missbrauchs und jahrzehntelanger Kriegsverherrlichung.

■ Wer Frieden gestalten will, muss aus der ganzen Geschichte lernen und darf nichts davon verleugnen.

Wir wollen uns die Geschichte Potsdams nicht ver

harmlosen lassen, um einen Barockturm zu ermöglichen. Dieser ist kein Schuldbekenntnis und verhöhnt die Opfer der Kriege.

Die Befürworter des Kirchennachbaus unterstützen – teilweise ahnungslos und teilweise wissend – Neonationalisten und Antidemo- kraten. Für diese entsteht ein Tempel und Anlaufpunkt, an dem unseliges Preußentum wiederbelebt werden kann. Ausstellungsvitrinen und Vorträge werden das nicht verhindern.

Ein Erstunterzeichner des "Ruf aus Potsdam" ist Alexander Gauland.

 

HELFEN SIE UNS, DEN WIEDERAUFBAU DER POTSDAMER GARNISONKIRCHE ZU VERHINDERN !

Vor 15 Jahren hieß es, der Aufbau der Garnisonkirche(!) soll bis 2010/2012 abgeschlossen sein. Die erwartete finanzielle "Unterstützung aus den Staaten, die an dem von uns Deutschen entfesselten Zweiten Weltkrieg beteiligt waren" blieb geradezu demonstra- tiv aus. Die Spenden liegen insgesamt weit unter den Prognosen. Die Bauplanung ist unseriös. Unserer Stadt soll eine berüchtigt "berühmte Barockkirche zurückgegeben" werden, obwohl es ein beeindruckendes Bürgervotum dagegen gibt. Die Stadt- verordnetenversammlung hat deshalb beschlossen, sich für die Auflösung der Stiftung Garnisonkirche einzusetzen. Die kirchennahe Stiftung Garnisonkirche täuscht und manipuliert die Öffentlichkeit, verdunkelt ihre Finanzen und spaltet die Gesellschaft unversöhnlich.

 

Wir wenden uns an alle Menschen, die mutig und aufrichtig aus unserer Vergangenheit lernen wollen und sich für Frieden ohne alte Wahrzeichen von Krieg und Gewalt einsetzen.

 

die Nächsten, Profilgemeinde in Potsdam Potsdam, 14. Januar 2019

 

Ruf aus Potsdam

Der Zweite Weltkrieg war bereits entschieden, als ein Luftangriff am 14. April 1945 die Potsdamer Mitte in Trümmer legte. Die berühmte Hof- und Garnisonkirche fing Feuer und brannte aus. Das holländische Glockenspiel stürzte in die Tiefe und zerschellte. ■ Nach dem Krieg richtete sich die evangelische Zivil- gemeinde 1950 im Turm ein. Sie ließ aus Resten des Glockenspiels zwei neue Glocken gießen und feierte wieder ihre Gottesdienste. Ein neuer Geist war in die alten Mauern eingezogen. Der Wiederaufbau wurde geplant und vorbereitet. ■ Im Jahre 1968 folgte die rechtsstaatswidrige Enteignung der Kirchengemeinde und die Sprengung der wiederaufbaufähigen Kirche. Die zahlreichen Proteste aus dem In- und Ausland wurden ignoriert. Doch selbst die Zerstörung der Kirche konnte nicht verhindern, dass die Garnison- kirche bei zahlreichen Menschen, die Potsdam lie- ben, als Wahrzeichen bis auf den heutigen Tag lebendig blieb. ■ Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass es bei der Hinrichtung dieses einmaligen und geschichtsträchtigen Bauwerks bleiben soll. Wir rufen zu einer weltweiten Hilfsaktion für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche auf.

 

 

UNTERSTÜTZEN SIE UNS !

Die Garnisonkirche soll zukünftig als offene Stadtkirche ein Gotteshaus für Suchende und Glaubende werden.
Der befreiende Ruf des Evangeliums soll von hier wieder erschallen. In diesem Gotteshaus könnte zu- künftig das Gedächtnis geprägt, das Gewissen geschärft und die Zukunft gestaltet werden. Die wieder aufgebaute Kirche soll zu einem Zentrum für Frieden und Versöhnung werden. Unser Aufruf protestiert gegen die ideologisch motivierte Zerstörung Potsdams in der Vergangenheit und bringt zum Ausdruck, dass Menschen gegen Krieg und Gewalt, gegen Diktatur und Zerstörung zusammenstehen. ■ Die Potsdamer Garnisonkirche war ein Hauptwerk des preußischen Barock. Ihr Baumeister, PHILIPP GERLACH (1697 - 1748), gilt als Meister des Turms in der Landschaft. Die Garnisonkirche hatte die Funktion eines Leitbaus für Potsdam. Sie war prä- gender Bestandteil des berühmten Potsdamer Dreikirchenblicks. Zivilisten und Soldaten, Hofgesellschaft und Bürger, Waisenhauskinder und Erwachsene, Reformierte und Lutheraner versammelten sich hier unter dem Wort Gottes.

JOHANN SEBASTIAN BACH spielte vor FRIEDRICH DEM GROSSEN die berühmte Wagner-Orgel. Europas Herrscher fanden sich ein, um der hier ruhenden preußischen Könige zu gedenken. In dieser Kirche

schlossen sich 1817 die Reformierten und Luthera- ner in Preußen zur Evangelischen Kirche der Union zusammen. Viele der Männer des Widerstands, ins- besondere des 2o. Juli 1944, waren Gemeindeglieder der Garnisonkirche. ■ Die Garnisonkirche wurde missbraucht: Am 21. Marz 1933 nutzten die Nationalsozialisten sie schändlicherweise für eine Inszenierung, die ihre Gegner zu Befürwortern machen soll- te. ■ Wer Zukunft gestalten will, muss die Geschich- te kennen. Wir wollen uns unsere Geschichte nicht nehmen lassen. In Kontinuität und Bruch stellen wir uns der Vergangenheit in ihrer ganzen Zwiespältig- keit. Deshalb rufen wir alle Menschen auf, die Potsdam in ihr Herz geschlossen haben:

 

HELFEN SIE UNS BEIM WIEDERAUFBAU DER POTSDAMER GARNISONKIRCHE !

Weder die Evangelische Landeskirche noch das Land Brandenburg, weder die Stadt Potsdam noch der Evangelische Kirchenkreis Potsdam können das Geld für den Wiederaufbau allein aufbringen. Wir rufen diejenigen zur weiteren Mitarbeit auf, die be- reits gespendet haben.

Wir hoffen auf Unterstützung aus den Staaten, die an dem von uns Deutschen entfesselten Zweiten Welt- krieg beteiligt waren.
Wir wenden uns an die Potsdamerinnen und Pots- damer in der Stadt und in der Welt.

 

Wir wenden uns an alle Menschen, die mithelfen können, unserer Stadt ihre berühmte Barockkirche zurückzugeben.

 

Fördergesellschaft für den Aufbau der Garnisonkir- che i. G.
Potsdam, Villa Arnim, den 14. Januar 
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