Die neuen Thesen, angeschlagen an den Kirchportalen Potsdams
Die neuen Thesen, angeschlagen an den Kirchportalen Potsdams
Luthers Thesen für heute angepasst
11. Die Meinung, daß eine kirchliche Bußstrafe in eine Fegefeuerstrafe umgewandelt werden könne, ist ein Unkraut, das offenbar gesät worden ist, während die Bischöfe schliefen.
Die Meinung, dass die Erkenntnis von Schuld in die Versöhnung mit Schuldigen umgewandelt werden könne, ist ein Unkraut, welches offenbar gesät worden ist, während die Synoden schliefen.

  

21. Deshalb irren jene Ablaßprediger, die sagen, daß durch die Ablässe des Papstes der Mensch von jeder Strafe frei und los werde.
Deshalb irren jene Spendenprediger, die sagen, dass durch den Wiederaufbau eines Kriegssymbols der Frieden und die Versöhnung beschwört werden kann.

  

24. Deswegen wird zwangsläufig ein Großteil des Volkes durch jenes in Bausch und Bogen und großsprecherisch gegebene Versprechen des Straferlasses getäuscht.
Deswegen wird zwangsläufig ein Großteil des Volkes durch jenes in Bausch und Bogen und großsprecherisch gegebene Versprechen der Versöhnung getäuscht.
 
33. Nicht genug kann man sich vor denen hüten, die den Ablaß des Papstes jene unschätzbare Gabe Gottes nennen, durch die der Mensch mit Gott versöhnt werde.
Nicht genug kann man sich vor denen hüten, die den Wiederaufbau der Garnisonkirche jene unschätzbare Gabe Gottes nennen, durch die der Mensch Versöhnung erlangen könnte.
 
41. Nur mit Vorsicht darf der apostolische Ablaß gepredigt werden, damit das Volk nicht fälschlicherweise meint, er sei anderen guten Werken der Liebe vorzuziehen.
Nur mit Vorsicht darf die Versöhnung an einem Orte des jahrhundertealten Unrechts und Missbrauchs gepredigt werden, damit das Volk nicht fälschlicherweise meint, diese sei anderen guten Werken der Liebe und Versöhnung vorzuziehen.
56. Der Schatz der Kirche, aus dem der Papst den Ablaß austeilt, ist bei dem Volke Christi weder genügend genannt noch bekannt.
Der Schatz der Kirche, aus dem die Garnisonkirche wieder errichtet werden soll, ist bei dem Volke Christi weder genügend genannt noch bekannt.
79. Es ist Gotteslästerung zu sagen, daß das (in den Kirchen) an hervorragender Stelle errichtete (Ablaß-) Kreuz, das mit dem päpstlichen Wappen versehen ist, dem Kreuz Christi gleichkäme.
Es ist Gotteslästerung zu sagen, daß die auf der Kirchturmspitze an hervorragender Stelle zu errichtetende Turmzier, die mit dem Königlichen Wappen versehen ist, dem Kreuz Christi gleichkäme.

 

92. Darum weg mit allen jenen Propheten, die den Christen predigen: "Friede, Friede", und ist doch kein Friede.
Darum weg mit allen jenen Propheten, die den Christen predigen: "Versöhnung, Versöhnung", und ist doch keine Versöhnung.
Wir laden herzlich ein!

Anlässlich des 85. Jahrestags des „Tags von Potsdam“ möchte unsere Profilgemeinde „die Nächsten“ die Stimme erheben und verkünden: Wir wollen gedenken, Verantwortung tragen und Versöhnung lernen, doch ohne Garnisonkirchturm.

Es gilt, Vieles auszutauschen, anzusprechen und dem Verschweigen keinen Raum zu geben, Stille dort zu finden, wo sie zwischen Menschen Ruhe schafft und nicht Verdruss.
           
Wir freuen uns über viele Gäste, die mit uns sowohl zurückblicken also auch nach vorne. Unsere Gesprächspartner kommen aus unterschiedlichen Anlässen und fühlen sich doch alle den Gedanken verpflichtet: ehrlich zu mahnen und  dem Vergessen zu trotzen.
           
Am Donnerstag, den 22.3. ab 19.30 Uhr werden wir mit unseren Gästen im Alten Rathaus ins Gespräch gehen. Unsere Gäste Matthias Grünzig, Autor des Buchs “Für Deutschtum und Vaterland„, Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Daxner, Rektor em. der Univ. Oldenburg und Friedensforscher, Gerd Bauz von der Martin-Niemöller-Stiftung, Carsten Linke vom Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen und Lutz Böde von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des Bunds der Antifaschistinnen und Antifaschisten werden in ihren Beiträgen daran erinnern, was nicht in Vergessenheit geraten darf und welche Verantwortung wir tragen.

Um 19 Uhr werden wir als Profilgemeinde auf dem Alten Markt singen und beten. Denn das ist es, woher unsere Kraft kommt und wofür wir als Profilgemeinde stehen: für das Bekenntnis des Glaubens bei der Andacht unter freiem Himmel, die keine steinerne Symbolkirche braucht.